Altersgerechte Bäder intelligent machen

Inzwischen ist es nichts Außergewöhnliches mehr, die Temperatur seines Badezimmers von unterwegs aus über das Handy zu steuern oder die Rollläden zu öffnen beziehungsweise zu schließen, wenn sich niemand zu Hause aufhält. Kaum jemand weiß jedoch von den Vorteilen, die smarte Bäder für ältere Menschen bereithalten. Dass die digitale Intelligenz und das Nachlassen körperlicher und psychischer Fähigkeiten sich keinesfalls im Wege stehen müssen, beweisen neueste Errungenschaften für die Wellnessoase in den eigenen vier Wänden. Sie erleichtern das selbstbestimmte Leben deutlich.

Smarte Bäder sind gute Berater

Wer sich am Morgen fragt, was er für den Rundgang durch den Garten oder für den nachmittäglichen Stadtbummel anzieht, befragt die Wetterkarte, die sich ins digitale Badezimmer einbauen lässt. Auch, ob es unterwegs zu Unfällen beziehungsweise Staus kommt, lässt sich dank gut durchdachter Smart-Home-Lösungen erfahren. Nicht zuletzt erinnert ein Modul auf dem Spiegel an die Einnahme der verschriebenen Medikamente. Selbstverständlich darf auch die Unterhaltung am Morgen nicht zu kurz kommen, deshalb verbindet sich auf Knopfdruck das Smartphone mit dem Sound-Systems des Badezimmers und lässt die Lieblingsmusik in der gewünschten Lautstärke erklingen.

Intelligenz schützt vor Gefahren

Wichtiger für ältere Menschen ist jedoch, dass sie im Badezimmer durch intelligente Systeme vor Gefahren geschützt werden. Hier ist beispielsweise das automatische Einschalten der Lampen zu erwähnen, das auch nachts für eine bessere Sicht sorgt und somit die Sturzgefahr reduziert. Damit der Nutzer nicht durch allzu grelles Licht geblendet und möglicherweise für die nächsten Stunden aus dem Schlafmodus gerissen wird, kann es sich um eine Notbeleuchtung handeln, die sich nach Wunsch auf dem Boden, an der Toilette oder an der Wand befindet. Weiterhin zählt zu den intelligenten Einbauten die Regulierung der Wassertemperatur am Waschbecken, in der Badewanne sowie in der Dusche.

Sie lässt sich für jeden Nutzer individuell einstellen, wodurch sich das Risiko für Verbrennungen deutlich verringert. Weiterhin beinhalten spezielle Einbauten für die Duschwanne Sensoren, die beim Sturz des Nutzers automatisch einen Hilferuf absenden. Berührungslose Armaturen öffnen und schließen die Wasserzufuhr automatisch, so dass Waschbecken und Badewannen nicht überlaufen können. Selbst die Wassertemperatur und die Füllhöhe für das Wannenbad lassen sich individuell bestimmen. Der Einsatz von Sensor-Technik im Badezimmer minimiert aber nicht nur die Risiken für ältere Menschen, er schont auch den Geldbeutel, weil kein Tropfen Wasser mehr ungenutzt im Abfluss verschwindet.

Darf es ein bisschen Luxus sein?

Das Badezimmer besitzt kein Tageslicht und lässt sich schlecht lüften? Unangenehme Gerüchte haben dank smarter Technik fortan keine Chance. Per Finger-Scan erkennen intelligente Bäder, welchen Raumduft der Nutzer besonders gern hat und welches Duschprogramm bevorzugt wird. Auf das jeweilige Gemüt eingestellte Farbspiele untermalen den Duschvorgang mit entspannenden oder inspirierenden Farbspielen. Dasselbe haben Badewannen zu bieten, wobei gleichzeitig die Massagefunktionen der Düsen des Whirlpools über eine App gesteuert werden. Nach dem Aussteigen können sich die Nutzer in den Bademantel kuscheln und sich bequem zurücklehnen, denn die Reinigung der Sanitärkeramik erledigt sich ganz von allein. Oder zumindest fast, denn auf den entsprechenden Knopf muss zuvor noch gedrückt werden.

Hygiene ganz ohne lästiges Scheuern

Ohnehin hat sich in Sachen Hygiene im intelligenten Badezimmer einiges getan. Das Abwischen des Hinterteils nach dem Toilettengang entfällt. Diese Aufgabe übernehmen sogenannte Dusch-WCs und zwar mit dem temperierten Wasserstrahl. Auch dessen Intensität sowie der anschließende Trocknungsprozess durch Warmluftduschen lässt sich auf den jeweiligen Bedarf einstellen. Der Verzicht auf Spülränder in Toiletten und Bidets sowie moderne, keimhemmende Oberflächen verhindern, dass sich Schmutz überhaupt absetzen kann. Auch das spart Wasser sowie obendrein das lästige und zeitaufwändige Putzen.

Am besten schon vor dem Einzug einplanen

Da die intelligenten Systeme im Badezimmer nicht ohne eine Stromversorgung auskommen, sollten sie bestenfalls bereits in der Rohbauphase eingeplant werden. Dann fallen spätere Sanierungen weniger aufwändig aus. Wenngleich sich viele Hobby-Handwerker zum Einbau der Assistenzsysteme geradezu berufen fühlen, sollte die Planung einem Fachmann überlassen werden. Der kennt die optimalen Lösungen und weiß um die Kompatibilität der einzelnen Module, die sich nach Möglichkeit im Nachhinein noch erweitern lassen. Finanziell unterstützt der Staat altersgerechte Badein- und -umbauten mit Zuschüssen über Förderprogramme der KfW-Bank. Die Anträge dafür müssen vor der Umsetzung gestellt und die Arbeiten von einem Fachmann ausgeführt werden.